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10.05.10

HinterGRÜN.de: GWD - VfL Gummersbach

HinterGRÜN.de: GWD - VfL Gummersbach
Das Wort von der „letzten Chance" kursiert schon seit einigen Wochen im Mindener Land. Doch auch wenn die GWD-Sieben bereits einige dieser vermeintlichen letzten Gelegenheiten ungenutzt hat verstreichen lassen, hält sich die Hoffnung auf den Klassenerhalt an der Weser hartnäckig. Die Rechnung für die verbleibenden fünf Saisonspiele lässt unter dem Strich immer noch ein positives Endergebnis für die Grün-Weißen zu.

Und so wird es auch am kommenden Mittwoch wieder heißen: „Dieses Spiel müssen wir unbedingt gewinnen, sonst ist alles gelaufen." Wenn die TSV Hannover-Burgdorf in der KAMPA-Halle zu Gast ist, dürfte die Aufgabe wenigstens von der Papierform her einfacher zu lösen sein als gegen den VfL Gummersbach. Die Oberbergischen, die bislang eine äußerst konstante und überzeugende Saison hinter sich haben, gaben sich auch beim Tabellenschlusslicht keinerlei Blöße. Trotz der Dreifachbelastung aus Liga, DHB-Pokal und Europacup ließ der Altmeister wenig anbrennen und landete einen relativ ungefährdeten Start-Ziel-Sieg. Kein Wunder also, dass VfL-Coach Sead Hasanefendic nach der Partie wenig an der Leistung seines Teams auszusetzen hatte: „Ich bin sehr zufrieden. Wir haben gewusst, dass es ein schweres Spiel wird, aber wir haben die Partie kontrolliert. Unsere Verteidigung war stark und wir haben schnell nach vorne gespielt und die Tore erzielt."

Auch für die unterlegenen Gastgeber fand der Kroate lobende Worte: „Hier in Minden wird gute Arbeit geleistet und guter Handball gespielt. Ich verstehe nicht, warum GWD so wenige Punkte hat." Geht es nach den Komplimenten, die die (meist erfolgreichen) Gästetrainer nach Spielschluss an die Grün-Weißen regelmäßig verteilen, müsste man sich in Minden in der Tat in höheren Tabellenregionen wähnen. Doch die Realität sieht anders aus. Mit nur zwei Siegen hat GWD Minden so wenige Erfolgserlebnisse aufzuweisen wie kein anderes Team der Liga. Nur die Tatsache, dass sich die Dankerser mit mittlerweile fünf Punkteteilungen zum Remiskönig entwickelt haben, ist dafür verantwortlich, dass überhaupt noch der Anschluss zu den Konkurrenten gehalten werden kann. „Bei uns muss im Moment einfach alles passen, damit wir gewinnen können", macht Frank von Behren klar, dass dem dezimierten GWD-Team schon kleine Nachlässigkeiten das Genick brechen können. Unter dieser Voraussetzung war die Dankerser Mängelliste am Samstag einfach zu lang, um gegen den Favoriten aus Gummersbach etwas ausrichten zu können.

Nur phasenweise waren in der Abwehr genügend Aggressivität und Bewegung zu erkennen. Den sehr guten Leistungen von VfL-Keeper Goran Stojanovic konnte nur Svenn-Erik Medhus in der zweiten Hälfte etwas entgegensetzten. Im ersten Durchgang entschied der Montenegriner das direkte Duell gegen Nikolas Katsigiannis klar für sich. Als die Dankerser in den letzten zehn Minuten dann doch gute Chancen hatten, noch einmal für die Wende im Spiel zu sorgen, machten ärgerliche, individuelle Fehler alle Hoffnungen zunichte. Fakt ist auch, dass der Mindener Kader in der aktuellen Situation nicht in der Lage ist, Totalausfälle wie den von Barna Putics am Samstag, zu kompensieren.

Vielleicht erleben die Mindener aber am Mittwoch so ein Spiel, an dem alles optimal für das Team von Ulf Schefvert läuft. Mit der TSV Hannover-Burgdorf kommt dann eine Mannschaft nach Ostwestfalen, mit der man sich zu Saisonbeginn noch auf Augenhöhe wähnte. Inzwischen haben die Niedersachsen aber einen komfortablen Abstand zu den Abstiegsrängen aufgebaut. So hofft man in Minden, dass Frank Carstens und sein Team den Gastgebern das Leben nicht allzu schwer machen. Für die Hausherren spricht auch die gute Moral der Mannschaft. Ob es nun um jedes einzelne Match oder das Saisonziel „Klassenerhalt" geht - das GWD-Team hat sich in den letzten Wochen nie aufgegeben und wird auch am Mittwoch bis zum Schluss kämpfen, denn es ist bekanntlich mal wieder die letzte Chance.