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07.07.10

Fuchs, Biber, Löwe & Co.: Unsere Gegner in der 2. Liga Teil III

Fuchs, Biber, Löwe & Co.: Unsere Gegner in der 2. Liga Teil III
THW Kiel, HSV Hamburg, SG Flensburg-Handewitt – auf die ganz großen Namen wird man in der Mindener KAMPA-Halle in der neuen Saison bestenfalls im Pokalwettbewerb hoffen dürfen. Doch auch die Gegner in der 2. Handball-Bundesliga Nord haben ihre Reize. Zwölf unserer Mitstreiter haben wir Ihnen in den vergangenen Wochen bereits vorgestellt. Mit den Informationen über die fünf restlichen Teams möchten wir diese kleine Serie abschließen.

HSG Varel (9. und 26. Spieltag, 166 Kilometer): Seit über 20 Jahren spielt die HSG Varel in Deutschlands zweithöchster Liga und gehört damit zu den Urgesteinen. Bereits in der Saison 2005/2006 machte das GWD-Team mit der Mannschaft vom Jadebusen Bekanntschaft. In der zweiten Pokalrunde behielten die Grün-Weißen damals mit 27:21 die Oberhand. Die  vergangene Saison beendete die HSG auf dem zehnten Platz. Renommiertester Spieler in Reihen der Niedersachsen ist Jan-Philip Wilgerodt. Der zweifache A-Nationalspieler war bereits für den TuS N-Lübbecke und die HSG Nordhorn in der Bundesliga aktiv und ist derzeit erfolgreichster Schütze seines Teams. Der 19-jährige Renke Bitter spielt bei den Friesen im rechten Rückraum. Er ist der jüngere Bruder von Nationalkeeper Johannes Bitter. Die Mannschaft wird vom Tschechen Peter Kalafut trainiert, dessen Sohn Lukas ebenfalls zum Kader gehört. Die heimische Manfred-Schmidt-Sporthalle in Altjührden fasst 1.200 Zuschauer. Ist mit einem größeren Besuch zu rechnen, weicht der Verein in die EWE Arena nach Oldenburg aus.

chse Berlin II (11. und 28. Spieltag, 347 Kilometer): Mit nur zwei Niederlagen und einem Remis gelang der Zweitvertretung der Berliner Füchse als Aufsteiger ein eindrucksvoller Durchmarsch in der Regionalliga Nord-Ost. Für das Team um Torschützenkönig und Rechtsaußen Johannes Sellin war die dritthöchste Spielklasse nur eine kurze Zwischenstation. Doch auch die Zeit in der 2. Liga wird lediglich auf ein Jahr begrenzt sein. Die Statuten der HBL sehen vor, dass nach Einführung der eingleisigen Spielklasse Reserveteams eines Bundesligisten höchstens in der 3. Liga aktiv sein dürfen. Das Gerüst der Mannschaft wird auch im nächsten Jahr erhalten bleiben und vorwiegend aus jungen deutschen Spielern bestehen. Mit der Fahrt ins Horst-Kober-Sportzentrum im Stadtteil Charlottenburg steht unserer Mannschaft die zweitlängste Reise der Saison bevor.

TV Emsdetten (13. und 30. Spieltag, 127 Kilometer): Haarscharf ist der TV Emsdetten am Aufstieg in die TOYOTA Handball-Bundesliga vorbeigeschrammt. Äußerst knapp unterlag der Vizemeister in der Relegation gegen TSV Dormagen. Sicherlich wird das Team aus dem nördlichen Münsterland auch in der Saison 2010/2011 ein gehöriges Wörtchen bei der Vergabe des Meistertitels mitzureden haben. In der ewigen Tabelle der 2. Liga liegt der TVE ganz weit vorn. Mittelmann Elvir Selmanovic traf in der vergangenen Saison insgesamt 161 Mal und war damit erfolgreichster Mann im Team von Trainer Lars Walther. Dessen Nachfolger auf der Kommandobrücke ist für die Mindener Fans übrigens ein bekanntes Gesicht: Der Isländer Patrekur Johannesson war in der Saison 2004/2005 für die Grün-Weißen im Einsatz und wird demnächst sportlich das Sagen in der Emshalle haben.

TUSEM Essen (15. und 32. Spieltag, 189 Kilometer): Nach Insolvenz und personellem Ausverkauf in der Saison 2008/2009 ging der TUSEM mit einer völlig neuformierten Mannschaft in der Südstaffel der 2. Liga an der Start. Es wurde das erwartet schwere Unterfangen und nur ganz knapp konnte der Traditionsverein den Gang in die Drittklassigkeit vermeiden. Mit Platz 15 und lediglich einem Punkt Vorsprung auf die Abstiegsränge wurde das Saisonziel „Klassenerhalt“ mit Mühe erreicht. Obwohl der TUSEM mit Kreisläufer Patrick Wiencek einen Leistungsträger an den VfL Gummersbach abgeben wird, strebt die Mannschaft nun einen einstelligen Tabellenplatz an. Einige Neuzugänge, unter ihnen Trainer Maik Handschke und dessen Sohn Felix, sollen dafür sorgen, dass es langfristig sportlich wieder bergauf geht. Noch ein weiteres Jahr kann man auf die Dienste von Torjäger Matthias Gerlich bauen. Mit 208 Treffern war er in der abgelaufenen Saison drittbester Schütze der Liga.

VfL Potsdam (17. und 34. Spieltag, 323 Kilometer): In Potsdam stehen die Zeichen auf Umbruch. Nach drei Jahren beim VfL steht der Abschied von Trainer Peter Melzer bevor. Den Coach, dessen Sohn Lars mit 181 Treffern in der abgelaufenen Saison erfolgreichster Werfer seines Teams war, zieht es wieder zurück nach Cottbus. Der 54-jährige Sportlehrer schaffte mit den Potsdamern 2009 den Sprung in die zweithöchste Spielklasse und führte das Team auf Anhieb unter die Top 8 der Liga. Der Verein profitiert von einer hervorragenden Jugendarbeit und hat das Jugendzertifikat der Handball-Bundesliga erhalten. Für die Zukunft zeichnet sich eine Kooperation mit den Füchsen Berlin ab. Der Hanning-Klub muss mit seinem Reserveteam in der Saison 2011/2012 den Platz in der Zweiten Liga räumen und sucht daher eine Möglichkeit, dem Unterbau Spielpraxis zu verschaffen. Der regionale Stützpunkt des Deutschen Handballbundes wird bereits gemeinsam betrieben. Die Fahrt in die Sporthalle Potsdam gehört zu den weitesten Trips auf dem Reiseplan des GWD-Teams. Gut möglich, dass der VfL in die größere Babelsberger Metropolie Halle ausweicht. Die eigene Sportstätte fast lediglich 500 Zuschauer.