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29.03.10

HinterGRÜN.de: GWD - TV Großwallstadt

HinterGRÜN.de: GWD - TV Großwallstadt
Auf einen Befreiungsschlag im Abstiegskampf hatte man gehofft, wurde aber letztendlich bitter enttäuscht. GWD Minden verlor am 25. Spieltag der TOYOTA Handball-Bundesliga nicht nur beide Punkte aus dem Heimspiel gegen den TV Großwallstadt, sondern auch noch Spielmacher Stephan Just. Der Allrounder schied bereits nach drei Minuten mit einer schweren Knieverletzung aus und hinterließ ein kleines Häuflein an Mitspielern, das sich gegen den Altmeister zwar redlich mühte, dessen spielerische Mittel aber nicht ausreichten, um den Tabellenachten dauerhaft in Gefahr zu bringen.

Mit Stephan Just hat das fragile Gebilde GWD Minden eine weitere wichtige Säule verloren. War Ulf Schefverts Anfangs-Sieben mit Barna Putics im linken und Rene Bach Madsen im rechten Rückraum schon alles andere als eine Wunschformation, brachte der Ausfall von Just das Mindener Rückraum-Roulette noch einmal kräftig ins Rollen. Madsen übernahm die Mittelposition, an seine rechte Seite rückte Youngster Janis Helmdach. Während Helmdach seine neue Rolle zwar unauffällig, aber diszipliniert ausfüllte, zeigte der Däne einen beherzten Auftritt. Zwar häuften sich auch bei Madsen mit zunehmender Spieldauer und abnehmender Kraft die Fehler, doch der Mann mit der Nummer 21 ließ sich dadurch nicht von seiner Linie abbringen und übernahm viel Verantwortung.

Dass die Hausherren trotz aller personellen Zwänge lange Zeit im Match blieben, lag auch daran, dass die Gäste aus Großwallstadt in der ersten Halbzeit alles andere als aus einem Guss spielten. Nicht nur das GWD-Team hatte zunächst Probleme seine Ordnung zu finden, sondern auch die Mainfranken, und so offenbarten beide Mannschaften Abstimmungsprobleme, leisteten sich Fehlpässe und kamen zu unkonzentrierten Abschlüssen. Die personelle Überlegenheit der Gäste machte sich nach der Pause allerdings bemerkbar. Während die Mannschaft von Michael Biegler mit einer besseren Spielanlage aufwartete und die Partie solide zu Ende brachte, mussten die Hausherren mit zunehmender Spieldauer dem Kräfteverschleiß Tribut zollen. Nichts lief in dieser Phase für die Grün-Weißen zusammen: Deutlich ließ das Schiedsrichtergespann die Mindener spüren, dass sie mit einem Heimvorteil nicht zu rechnen haben. Beide Torhüter lieferten zwar eine ordentliche, aber nicht die überragende Leistung ab, die für einen Erfolg vonnöten gewesen wäre und auch erfahrenen Leuten wie Aljoscha Schmidt gelang es nicht, noch einmal das Ruder herumzureißen. „So ein Spiel kannst Du nur gewinnen, wenn die Torhüter 18 oder 19 Paraden haben", weiß auch Ulf Schefvert, dass seine beiden Keeper eben diesen Sahnetag nicht erwischt haben. Zufrieden zeigte sich der GWD-Coach mit der Angriffsleistung seiner Schützlinge in der ersten Halbzeit. „Aber schon da waren wir in der Abwehr nicht gut. Wenn man in 30 Minuten 15 Tore wirft, sollte das reichen, um mit einer Führung in die Kabine zu gehen", ärgert sich der Schwede über viele einfache Fehler in der Deckung.

Für einen der wenigen Lichtblicke in der zweiten Halbzeit war wieder einmal die GWD-Jugendabteilung zuständig. Trainer Ulf Schefvert gönnte seinem etatmäßigen Kreisläufer Anders Henriksson ein paar Minuten Verschnaufpause und gab damit Christian Skusa die Gelegenheit zum zweiten Bundesligaeinsatz. Nachdem das Talent in Balingen noch torlos geblieben war, erzielte der 19jährige gegen Großwallstadt nun seinen ersten Bundesligatreffer. Gemeinsam mit Anders Henriksson waren die Gastgeber somit insgesamt sechsmal vom Kreis erfolgreich und das ist in Schefverts Augen „wirklich positiv". Ansonsten bleibt den Grün-Weißen angesichts der Tabellensituation und der Verletztenmisere nicht viel mehr als sich in Durchhalteparolen zu üben und zu sagen: „Die Hoffnung stirbt zuletzt."