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18.03.10

VorderGRÜNdig: HBW Balingen-Weilstetten - GWD

VorderGRÜNdig: HBW Balingen-Weilstetten - GWD
Zum ersten Mal in seiner Amtszeit hatte Mindens neuer Trainer Ulf Schefvert in den vergangenen zweieinhalb Wochen die Gelegenheit, konzentriert mit der Mannschaft zu arbeiten. Am kommenden Samstag gibt es nun einen Hinweis darauf, wie sich das Team um Mittelmann Stephan Just in dieser Zeit weiterentwickelt hat. GWD Minden ist zu Gast bei der HBW Balingen-Weilstetten.

„Die beiden letzten Wochen waren für unser Training sehr wertvoll", ist auch Schefvert froh über die spielfreie Zeit seit dem Auswärtsmatch in Kiel, obwohl der Coach weiß, dass damit der positive Schwung aus dem Derbyerfolg vielleicht etwas verflogen ist und sagt: „Wenn ich Einfluss auf den Spielplan gehabt hätte, wäre mir das Match in Balingen natürlich direkt im Anschluss an das Derby lieber gewesen." Neun bis zehn Mal hat Schefvert seine Schützlinge in den ersten Märzwochen zum Training gebeten und ist sich sicher, dass dieser Kraftakt seine Wirkung nicht verfehlt hat. „Wir haben konditionell zugelegt und können jetzt mit mehr Power spielen", hofft der Trainer nun auf ein größeres Stehvermögen seines Teams.

Die Stimmung in der Mindener Mannschaft ist in diesen Tagen besser denn je. „Die meisten Spieler kommen mit einem Lächeln zum Training", freut sich Schefvert über diese positive Entwicklung. Bereits am Freitagnachmittag wird sich der GWD-Mannschaftsbus auf die Reise machen. Bis auf die Langzeitverletzten Damian Wleklak, Evars Klesniks und Georg Auerswald werden dann alle Spieler an Bord sein. „Natürlich gibt es ein paar kleinere Blessuren, aber es ist nichts, was uns stört", sagt Schefvert, der die Akteure am Samstagmorgen noch zu einer letzten Trainingseinheit bitten wird. Dabei hofft der 52jährige auf Verstärkung aus der zweiten Mannschaft. Welcher Nachwuchsmann am Wochenende zum Kader der „Ersten" stoßen wird, ist noch nicht sicher. Gut möglich aber, dass Kreisläufer-Talent Christian Skusa im Schwabenland zu seinem ersten Bundesligaeinsatz kommt.

Drei Punkte und zwei Tabellenplätze trennen beide Mannschaften voneinander. Ein Sieg auf der Schwäbischen Alb wäre für die Grün-Weißen am Wochenende also Gold wert. „Wenn wir verlieren, geht es um zwei Punkte, aber wenn es uns gelingt, zu gewinnen, wäre das vier Punkte wert", sieht Schefvert den größeren Druck bei den Gastgebern. „Die kämpfen wie die Hölle. Es ist wahrlich nicht einfach, dort in eigener Halle zu spielen", ist sich der Schwede gewiss, dass die Trauben in der SparkassenArena hoch hängen. Besonders das hohe Tempo der Hausherren und die häufig wechselnde Abwehrformation stellen den Gästecoach vor taktische Aufgaben, die nicht leicht zu lösen sind. „Wir haben versucht, das im Training zu simulieren, aber das ist nicht so einfach", so Schefvert.

Nach schwachem Saisonstart legte die HBW Balingen-Weilstetten im Dezember einen beeindruckenden Advents-Zwischenspurt hin. Stolze acht Punkte heimsten die Schützlinge von Taktikfuchs Rolf Brack in der Vorweihnachtszeit ein. Dabei wird der 39:37-Heimsieg gegen den THW Kiel mit Sicherheit als die Sensation der Saison 2009/2010 in die Handball-Geschichtsbücher eingehen. Doch die EM-Pause scheint den Balingern ein wenig den Wind aus den Segeln genommen zu haben. Fünf Niederlagen sind Zeugnis eines eher bescheidenen Starts in das neue Jahr. Vor allem die verlorenen Punkte aus der Heimpleite gegen den TSV Dormagen könnten dem Tabellensechzehnten in der Endabrechnung zum Verhängnis werden. Mit Spielmacher Alexander Oelze haben die Süddeutschen einen wichtigen Akteur verloren. Der Mittelmann zog sich einen Bruch des Schienbeinköpfchens zu und wird noch einige Wochen ausfallen. Sorgen bereitet auch der Gesundheitszustand von Top-Torjäger Benjamin Herth (109 Saisontreffer). Ein Meniskuseinriss macht dem Rückraumspieler seit zwei Spieltagen erhebliche Probleme. Doch von einer vermeintlichen Schwächephase des Teams aus dem Zollernalbkreis will Mindens Ulf Schefvert nichts wissen. „Kann schon sein, dass die jetzt ein paar schlechte Spiele hinter sich haben, aber das kann sich am Samstag ganz anders darstellen. Damit müssen wir dann umgehen können."

Für die Partie am Samstag sind die Brüder Bernd und Reiner Methe als Unparteiische angesetzt. Pünktlich um 19.00 Uhr wird der Anpfiff aus der Pfeife der Zwillinge ertönen, die zu Jahresbeginn auch das Finale der Europameisterschaft in Österreich geleitet haben.