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04.06.10

VorderGRÜN.dig: GWD - SC Magdeburg

VorderGRÜN.dig: GWD - SC Magdeburg
Es schwingt ein wenig Wehmut mit, wenn die Spieler von GWD Minden am Samstag zum letzten Mal in dieser Saison die grün-weißen Trikots überstreifen. Nach 15 Jahren im Handball-Oberhaus müssen die Dankerser zunächst der Beletage den Rücken zuwenden. Auch wenn die Partie gegen den SC Magdeburg sportlich bedeutungslos ist, möchten sich Ulf Schefvert und sein Team mit einem Erfolg vom heimischen Publikum verabschieden.

„Wir haben eine große Motivation zu gewinnen", sagt der Schwede deshalb. In dem Bemühen um einen versöhnlichen Saisonabschluss will Schefvert auf der Leistung aufbauen, die seine Mannschaft zuletzt in Göppingen abgerufen hat. „Da haben wir in der ersten Halbzeit mit Sicherheit den besten Handball seit langem geboten", zeigt sich der Coach mit dem Auftritt in der EWS-Arena mehr als zufrieden. Die personellen Voraussetzungen haben sich indes in den letzten sieben Tagen nicht verändert. So wird Inigmundur Ingimundarson wegen anhaltender Beschwerden im Knie nach wie vor nicht einsatzbereit sein. Auch die beiden Jugendspieler Jannik Oevermann und Sören Südmeier werden für die bevorstehenden Viertelfinalspiele um die Deutsche Meisterschaft der A-Jugend geschont. Aus der zweiten Mannschaft rücken Jan Camen und Christian Skusa auf.

Den kommenden Gegner charakterisiert Ulf Schefvert als „körperlich starkes Team", bei dem er besonders vor der Achse Stian Tönnesen/Bartosz Jurecki warnt: „Die beiden harmonieren sehr gut." Zudem hebt der Schwede Kapitän Fabian van Olphen als robusten Spieler und starken Schützen hervor. Bereits im Hinspiel hatte GWD dem Ostklub einen großen Kampf geliefert. Unglücklich und äußerst knapp ging die Partie kurz vor dem Jahreswechsel mit 26:27 verloren. Ansonsten blicken die Gäste aus Magdeburg auf eine eher durchwachsene Saison zurück. Mit 23 Punkten findet sich der Traditionsklub auf Rang elf der Tabelle wieder. Den Großteil seiner Erfolge konnte der SCM in der ersten Saisonhälfte unter Trainer Michael Biegler verbuchen. Nach dessen Wechsel zum Ligakonkurrenten aus Großwallstadt reichte es nur noch zu drei Siegen. Hinzu kommt ein Remis, dass die Magdeburger am letzten Spieltag beim TSV Dormagen erreichten. Die „Gladiators" haben in Robert Weber ihren erfolgreichsten Schützen. 185 Mal war der österreichische Nationalspieler bislang erfolgreich, davon 46 Mal vom Siebenmeterpunkt aus.

Bevor die Partie in der KAMPA-Halle um 16.30 Uhr von den Schiedsrichtern Christoph Immel und Ronald Klein angepfiffen wird, dürfte es noch einige emotionale Augenblicke geben. Gleich sechs GWD-Spieler werden verabschiedet, die in der nächsten Saison mit Sicherheit nicht mehr das Trikot mit dem Melitta-Schriftzug tragen werden. Am schwersten dürfte der Moment für Moritz Schäpsmeier werden. Der Mannschaftskapitän ist von seiner Geburt an Mitglied bei den Grün-Weißen, wagt nun aber den Schritt zum TV Großwallstadt. Während Nikolas Katsigiannis zum TSV Hannover-Burgdorf wechselt, zieht es Anders Henriksson zurück in die schwedische Heimat. Ungewiss ist noch die Zukunft von Svenn-Erik Medhus und Ingimundur Ingimundarson. Seit wenigen Tagen ist bekannt, dass auch Stephan Just den Verein verlassen möchte.