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11.06.10

Jubiläums-Spielothek-Cup fällt aus!

Jubiläums-Spielothek-Cup fällt aus!
Erst standen die beiden Hallen nicht zur Verfügung, dann gab's keine starken Mannschaften mehr.

Lübbecke/Minden (WB). Der Spielothek-Cup, Deutschlands ältestes Handball-Bundesliga-Turnier, fällt aus! Und das ausgerechnet im Jubiläumsjahr. Dabei sollte die 25. Auflage groß gefeiert werden. »Ja, das Turnier wird in diesem Jahr nicht stattfinden«, erklärte Hauptsponsor Armin Gauselmann gestern eindeutig. »Es gab eine Verquickung mehrerer unglücklicher Umstände, die dazu führten, dass wir diesen Entschluss jetzt haben fassen müssen. Das bedeutet aber nicht das Ende des Spielothek-Cups. Vielmehr machen wir nur ein Jahr Pause und werden dann im 26. Jahr die 25. Auflage feiern.«

Grund für die Absage seien zwei Punkte gewesen: Zunächst habe der Kreis Minden-Lübbecke mitgeteilt, dass weder die Merkur-Arena noch die Kampa-Halle wegen der laufenden Renovierungsarbeiten zur Verfügung stehen. In Lübbecke scheint dies inzwischen sogar Auswirkungen auf den Lliga-Spielbetrieb haben zu können, denn das erste Heimspiel muss eventuell mit dem Gegner getauscht werden. Zudem werde die Mannschaft auch erst Mitte August an alter Wirkungsstätte trainieren können. Die fehlenden Örtlichkeiten für den Spielothek-Cup wurden allerdings zunächst so hingenommen. Erst Armin Gauselmann, der mit der Organisation eigentlich gar nichts zu tun hat, wollte dies nicht teilnahmslos hinnehmen und machte dem Kreis Minden-Lübbecke in einem Brief die Bedeutung des Traditionsturniers klar. »Daraufhin haben wir zumindest für Lübbecke grünes Licht bekommen. Allerdings war es zu diesem Zeitpunkt bereits sehr spät, um Topteams für das Jubiläum zu gewinnen.« Dennoch schien eine Turnieraustragung möglich, denn TuS-Teammanager Zlatko Feric hatte mit Moskau und Portland San Antonio als Gegner der beiden Kreisrivalen Kontakt aufgenommen, »Allerdings erhielt er dann auf einmal die Absage aus Russland und musste registrieren, dass Portland Konkurs angemeldet hat«, so Gauselmann weiter.

Warum allerdings ausgerechnet im 25. Jahr - nach 24 gelungenen Jahren - die Arbeit nicht weiter von GWD Minden (anfänglich Günter Horn, Adolf Kanehl, Helmut Meisolle; in den letzten sieben Jahren dann Rainer Hösl) geleistet wurde, darauf wusste auch Gauselmann keine Antwort. »Wir werden uns mit allen Beteiligten zusammensetzen und das Geschehen aufarbeiten.« Das würde das Unternehmen Merkur Spielothek ebenso betreffen, wie beide Vereine. »So wie es gelaufen ist, ist es sehr unglücklich und unbefriedigend. Ich verspreche aber allen Handballfans, dass wir im kommenden Jahr einen richtig guten Spielothek-Cup auf die Beine stellen werden!«

In Minden ist man angesichts der Entwicklung wenig begeistert. »Zum einen haben wir für das geplante Wochenende 13./14. August wegen des Spielothek-Cups ein gut besetztes Turnier im Schwarzwald abgesagt und finden jetzt keine geeigneten Testspielgegner, zum anderen geht unserer Jugend-Abteilung durch die Absage ein richtiger Batzen Geld verloren«, erklärte GWD-Manager Horst Bredemeier. Die Summe bezifferte er auf rund 10000 Euro. »Ein wertvoller Beitrag für den Erhalt der erfolgreichen Nachwuchsarbeit.« Neben der Prämie für die Platzierung beim Turnier würden auch Eintrittsgelder und Werbeeinnahmen zu dieser hohen Summe beitragen.

Entsprechend geknickt war auch Rainer Hösl vom GWD-Hauptverein. »Hätte man doch die Organisation bei uns gelassen. Ich habe den Wechsel ohnehin nicht verstanden. Für uns als GWD-Hauptverein hat das Turnier auch wegen des so wichtigen Geldregens immer oberste Priorität genossen. Und das seit 24 Jahren. Für einen Profibereich ist es vielleicht nicht so wichtig. Möglicherweise wäre das in unserem Profibereich nicht anders.« In Sachen Termin sei das Turnier ursprünglich für den 20./21. August vorgesehen. »Doch wir hätten die Hallen nur eine Woche früher bekommen. Warum das jetzt alles nicht klappt, weiß ich auch nicht. Urplötzlich hieß es nur: Wir haben keine Mannschaften bekommen!« Daraufhin seien lediglich noch zwei Alternativen angesprochen worden. »Absage oder zwei Duelle zwischen dem TuS und GWD. Die jetzige Absage ist für mich der Kracher schlechthin und trifft uns für unsere Jugendarbeit in Mark und Bein. Das ist ein richtig herber Schlag ins Kontor.« »Notnagelgeschichten werden wir auf keinen Fall machen. Wir planen deshalb für 2011«, erklärt Armin Gauselmann abschließend. »Aber vielleicht könnten zwei Derbys unter Wettkampfbedingungen die Fans beider Seiten ja ein wenig entschädigen«