Letztes Spiel

Aktuelle Tabelle

3 Eintracht Hildesheim 4:0 9
4 Wilhelmshavener HV 2:0 5
5 GWD Minden 2:0 5
6 HC Empor Rostock 2:0 3
7 TUSEM Essen 2:2 6

vollständige Tabelle anzeigen

News abbonieren

RSS
Unsere News jetzt auch als RSS-Feed unter:
www.gwd-minden.de/cms/feed.php
FISCHERCGD
04.05.10

HinterGRÜN.de: TSV Dormagen - GWD

HinterGRÜN.de: TSV Dormagen - GWD
Es gibt Spiele, die füllen die Handball-Foren dieser Welt tagelang mit Beiträgen. Die Partie zwischen dem TSV Dormagen und GWD Minden ist so eine. Was sich in den letzten Sekunden des Kellerduells auf und neben dem Spielfeld der HR-Commitment Arena ereignet hat, bietet immer noch reichlich Stoff für Diskussionen.

Eigentlich war die Begegnung zwischen dem Tabellensechzehnten aus Dormagen und Schlusslicht GWD Minden eine Zeigerumdrehung vor dem Abpfiff bereits entschieden. 58:53 Minuten zeigte die Hallenuhr an als Kentin Mahé die Hausherren mit 31:29 in Führung gebracht hatte. Die TSV-Anhänger feierten ihr Team bereits mit stehenden Ovationen, während erste Mindener Fans enttäuscht die Halle verließen. Doch in den folgenden 67 Sekunden überschlugen sich die Ereignisse. Der ansonsten blasse Moritz Schäpsmeier brachte sein Team noch einmal auf ein Tor heran, während sich der Dormagener Dmytruszynski eine Zwei-Minuten-Strafe einhandelte. In Unterzahl vertändelten die Gastgeber den Ball und Minden, inzwischen mit dem siebten Feldspieler, startete seinen letzten Angriff. Als die Unparteiischen den Ostwestfalen drei Sekunden vor dem Ende einen Freiwurf zusprachen, trat Barna Putics zu diesem vermeintlich letzten Versuch an. Der Wurf des Ungarn traf zwar nur den Pfosten, danach aber auch das Bein eines Dormagener Spielers, weshalb die Brüder Bernd und Reiner Methe erneut auf Freiwurf entschieden. Doch dieser Pfiff war bereits im kollektiven TSV-Jubel untergegangen. So galt es zunächst einmal das Spielfeld für den allerletzten, und nun direkten, Freiwurfversuch von Barna Putics zu räumen. Besonders groß sind die Erfolgsaussichten einer solchen Aktion für gewöhnlich nicht. Doch dem Mindener Shooter gelang das Unmögliche: An der mittlerweile auf vier Akteure zusammengeschrumpften TSV-Mauer und dem verdutzten Torhüter Jens Vortmann vorbei, wuchtete der 25-Jährige den Ball in den rechten oberen Torwinkel.

Während sich auf Dormagener Seite danach das blanke Entsetzen breit machte, vollführten nun die GWD-Spieler ihrerseits Freudentänze. Am Spielfeldrand bekam währenddessen HBL-Spielleiter Uwe Stemberg von einem Dormagener Zuschauer einen Schlag an den Kopf und ging für kurze Zeit bewusstlos zu Boden.

Die Wogen der Erregung haben sich mittlerweile ein wenig geglättet. Ein vorläufiger Einspruch des TSV gegen die Wertung des Spiels wurde nach Auswertung des Spielgeschehens inzwischen wieder zurückgezogen. Auf der vereinseigenen Homepage distanzierte sich der Verein am Montag nach der Begegnung ausdrücklich von dem Verhalten einzelner Zuschauer und entschuldigte sich öffentlich bei Uwe Stemberg. Es heißt: „Der TSV duldet keinerlei Gewaltanwendungen, wird das Verhalten von Zuschauern restlos aufklären und notwendige Maßnahmen einleiten." Indes hat die Handball-Bundesliga bereits ihre Konsequenzen gezogen und dem Verein eine Geldstrafe in Höhe von 10.000 Euro auferlegt. Eine Hallensperre bleibt den Rheinländern immerhin erspart.

Einer, der trotz aller Turbulenzen sofort nach dem Abpfiff den Blick für das Sportliche nicht verloren hatte, war Mindens Manager Horst Bredemeier: „Mit diesem Ergebnis können wir gut leben. Jetzt ist noch alles offen." An der Weser darf also weiterhin vom Klassenerhalt geträumt werden. Die Hoffnungen der Dankerser ruhen nun auf dem Heimspiel gegen Gummersbach. „Wenn wir das gewinnen, können wir danach eine Euphorie entfachen", hofft Bredemeier am kommenden Wochenende auf die glückliche Wendung im Abstiegskampf. Allerdings hat Coach Ulf Schefvert im Spiel gegen den Altmeister ein Ass weniger im Ärmel. Christopher Kunisch, Mittelmann aus dem Regionalligateam mit zuletzt überzeugenden Auftritten in der Bundesliga, verletzte sich in Dormagen schwer am Knie und wird voraussichtlich für einige Wochen ausfallen. Der Rest der GWD-Truppe wusste in Dormagen allerdings zu überzeugen, allen voran Aljoscha Schmidt und Rene Bach Madsen. Nach einer kleineren Schwächephase scheint „Joschi" mit zuletzt elf Treffern in Mannheim und zehn Toren in Dormagen mittlerweile wieder zu alten Qualitäten zurückgefunden zu haben. Madsen, der in der HR-Commitment Arena neunmal aus dem gebundenen Spiel traf, befindet sich ohnehin schon seit Wochen in blendender Form und scheint die immer größer werdenden Herausforderungen gerne anzunehmen. „Wir müssen allerdings in der Abwehr wieder besser zupacken", sieht Teammanger Günter Gieseking den aktuellen Handlungsbedarf eher am eigenen Kreis.