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17.05.10

HinterGRÜN.de: TBV Lemgo - GWD

HinterGRÜN.de: TBV Lemgo - GWD
Spielwiese Gerry Weber Stadion: Gleich sechs Akteure, die ihren Job eigentlich in der zweiten Mannschaft von GWD Minden ausüben, konnten am Sonntag Bundesligaluft schnuppern. Sören Südmeier & Co. profitierten dabei von der Serie an Verletzungen, die die Erstvertretung der Grün-Weißen personell mehr und mehr ausdünnt. So wurde aus dem Ostwestfalen-Derby zwischen dem TBV Lemgo und GWD Minden ein Spiel zweier Mannschaften, die an diesem Tag definitiv nicht auf Augenhöhe agierten. Mit 24:38 kassierten die Grün-Weißen in Halle die höchste Niederlage der Saison.

Ausgerechnet in einer der größten Hallen der Liga gab Ulf Schefvert, mehr oder weniger freiwillig, den Leuten eine Chance, die noch vor einer Woche die Qualifikation des Reserveteams für die neugegründete Dritte Liga bejubeln durften. Neben den altbekannten Sorgenkindern quittierten am Sonntag kurzfristig auch noch Barna Putics (Adduktoren-Verletzung) und Ingimundur Ingimundarson (starke Knieprellung) den Dienst und machten so dem Nachwuchs Platz. Als dann während der Partie auch noch Spielmacher Rene Bach Madsen die Segel streichen musste, stand plötzlich ein Talent im Mittelpunkt des Interesses: Sören Südmeier bekam vor allem in der zweiten Halbzeit sehr viele Spielanteile. Seine Feuertaufe im Handball-Oberhaus bestand der 18-Jährige mit Bravour. Nach der Partie wurde er sowohl von Co-Trainer Frank von Behren, als auch von Kapitän Moritz Schäpsmeier gelobt. „Sören hat seine Sache sehr gut gemacht. Der wird mal ein Guter", sind sich beide einig. Südmeier freute sich trotz der hohen Niederlage über seinen langen Einsatz im Ostwestfalenderby. „Toll, dass der Trainer mir das Vertrauen gegeben hat. So konnte ich in dieser einmaligen Atmosphäre meine ersten Bundesliga-Tore erzielen. Ein besseres Resultat war in dieser Besetzung für uns leider nicht möglich", schwärmt der 18-Jährige von seinen beiden Treffern.

Auch Jannik Oevermann war von der Stimmung im Gerry Weber Stadion beeindruckt. In seinem sechsten Erstligaspiel konnte der 19-jährige Mindener für seinen Verein zweimal ins Schwarze treffen. „Es hat sehr viel Spaß gemacht in so einer großen Halle zu spielen. Vor allem für uns junge Leute ist es ein besonderes Erlebnis, dass wir so lange auf dem Feld sein durften. Schade nur, dass es nur deshalb möglich war, weil wir derzeit viele Verletzte haben. Die Tore waren für mich noch mal das Sahnehäubchen in der Begegnung", sieht Oevermann Freud und Leid nah beieinander.

Christian Skusa, mit mittlerweile acht Bundesligaeinsätzen und acht Toren eher der „alte Hase" unter den Jungen, traf gegen den TBV dreimal und avancierte zusammen mit Janis Helmdach und Moritz Schäpsmeier somit zum drittbesten Schützen seines Teams. Jan Camen bekam bereits beim Spiel gegen die TSV Hannover-Burgdorf einen Kurzeinsatz auf Linksaußen. Und auch er durfte in der Partie gegen den ostwestfälischen Nachbarn sein Können beweisen. Camen wurde auf der rechten Außenposition eingesetzt, um dem Isländer Gylfi Gylfason einige Auszeiten zu ermöglichen. Komplettiert wurde das Nachwuchs-Sextett von Nils Dresrüsse und Janis Helmdach, die aber schon seit Saisonbeginn dem Kader der ersten Mannschaft angehören.

Auch wenn das „Experiment" mit dem Nachwuchs am Sonntag noch nicht von zählbarem Erfolg gekrönt war, so gehört die Zukunft an der Weser doch den jungen Leuten. Unter Ulf Schefvert werden die Talente auch weiterhin ihre Chance bekommen. Der Neuaufbau bei GWD Minden hat schon lange begonnen.