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08.06.10

HinterGRÜN.de: GWD - SC Magdeburg

HinterGRÜN.de: GWD - SC Magdeburg
Es gibt Spiele, die will man einfach nur schnell vergessen. Das Match von GWD Minden gegen den SC Magdeburg ist mit Sicherheit so eines. Der geplante versöhnliche Saisonabschluss ging vor eigenem Publikum gründlich daneben. Nur 25 Minuten lang konnten die Hausherren überzeugen, danach folgte eine Vorstellung, die den Abpfiff der Begegnung zum lang ersehnten Höhepunkt des Nachmittags werden ließ.

Die bewegendsten Momente gab es in der KAMPA-Halle vor dem Anpfiff der Partie. „Abschied nehmen" hieß es für die Spieler, die in der nächsten Saison nicht mehr das GWD-Trikot tragen werden. Gleich sechs Namen hatte Hallensprecher Jürgen Schäpsmeier bei der Zeremonie auf seiner Liste - Beleg dafür, dass die Zeichen an der Weser auf Umbruch stehen.

Nur ein kurzes Gastspiel gab Torhüter Nikolas Katsigiannis in Minden. Von der HSG Nordhorn-Lingen gekommen, zieht es den 1,98-Mann nun zur TSV Hannover-Burgdorf. Katsigiannis hat in den vergangenen zwölf Monaten 31 Einsätze für die Grün-Weißen bestritten und feierte in diesem Zeitraum auch sein Debut im DHB-Dress, dass er bislang fünfmal trug. Auch er ist nicht vom Verletzungspech verschont geblieben und hat sich beim Auswärtsspiel in Göppingen das Kreuzband gerissen. Auf den ersten Einsatz für seinen neuen Klub wird „Katze" also noch ein paar Monate warten müssen.

Mit dem frischgebackenen Vize-Olympiasieger Ingimundur Inigmundarson gelang Horst Bredemeier vor zwei Jahren ein echter „Last-Minute-Coup". Ihm eilte der Ruf voraus, in der Abwehr hart zupacken zu können und diesen hat „Ingi" in 62 Bundesliga-Einsätzen für GWD Minden eindrucksvoll untermauert. Die Offensiveinsätze des linken Rückraumspielers waren wesentlich seltener, dennoch traf er für sein Team in der Saison 2009/2010 40mal ins Schwarze.

Im Februar 2008 kam Svenn-Erik Medhus als Ersatz für den verletzten Malik Besirevic an die Weser. Gleich bei seinem ersten Auftritt begeisterte Mindens neuer „Wikinger" mit einer Klasseleistung. Aus dem Ersatzmann wurde eine Dauerlösung und Svenn-Erik erhielt im Sommer 2008 einen Zweijahres-Vertrag. Doch nach 83 Einsätzen gehen GWD Minden und er ab jetzt getrennte Wege.

Bereits zum zweiten Mal gab es eine Verabschiedung für Anders Henriksson. Nachdem der „alte Schwede" im vergangenen Jahr eigentlich schon seine Zelte in Minden abgebrochen hatte, ließ er sich nach der Verletzung von Georg Auerswald doch noch mal zu einer Zugabe überreden. Sein Engagement an der Weser dauerte insgesamt drei Jahre, in denen er 99mal das GWD-Trikot getragen und dabei 201 Tore erzielt hat. Der Mann, der vom OHV Aurich kam, wird von den GWD-Fans als solider und zuverlässiger Spieler geschätzt. Die Familien Henriksson hat in den vergangenen drei Jahren mit Tochter Vilma und Sohn Malte zweimal Zuwachs bekommen. Nun führt der Weg zurück in die schwedische Heimat, wo Anders voraussichtlich in der 2. Liga spielen wird.

Spät fiel die Entscheidung von Stephan Just, den Verein, für den er seit fünf Jahren die Handballstiefel schnürt, zu verlassen. „Apollo" möchte weiter erstklassig spielen und hat sich deshalb für einen Wechsel entschieden. „Es ist keine Entscheidung gegen GWD, sondern eine Entscheidung für die 1. Liga", macht der Allrounder seine Beweggründe klar. 150 Spiele hat Just für die Ostwestfalen bestritten, dabei 707 Bundesliga-Tore erzielt und auf allen Positionen agiert. Selbst auf einen Kurzeinsatz im Tor kann der 31-Jährige zurückblicken. Er ist ein Spieler, der sich immer zwischen Genie und Wahnsinn bewegt hat. Keiner konnte die Verantwortlichen derart auf die Palme bringen, kein Spieler konnte die Fans so entzücken wie „Apollo". Stephan Just hat Spuren in Minden hinterlassen. Wohin diese in Zukunft führen werden, darüber darf spekuliert werden.

Wenn jemand bei GWD Minden den Begriff „Eigengewächs" verkörpert, dann ist es Moritz Schäpsmeier. Seit seiner Geburt ist Moritz Vereinsmitglied, hat alle Nachwuchsmannschaften durchlaufen und das Handballspielen von der Pike auf in Dankersen gelernt. Bereits in der Jugend kam Moritz zu internationalen Einsätzen, wurde mit der Jugendnationalmannschaft Vize-Europameister und holte mit der Junioren-Auswahl die EM-Krone. Sein Bundesliga-Debut gab der Linkshänder mit 17 Jahren am 23.10.2002 in der Kieler Ostseehalle. Bis heute sind daraus 241 Einsätze im grün-weißen Dress geworden, in denen Moritz 544 Tore erzielte. Nun geht unser Kapitän von Bord und versucht sein Glück beim TV Großwallstadt. Dort darf er sich in der nächsten Saison sogar auf Europapokal-Einsätze freuen.

GWD Minden wünscht allen Spielern für ihre sportliche und private Zukunft alles Gute!