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20.05.10

VorderGRÜNdig: GWD - SG Flensburg/Handewitt

VorderGRÜNdig: GWD - SG Flensburg/Handewitt
Im vorletzten Heimspiel der Saison empfängt GWD Minden mit der SG Flensburg-Handewitt noch einmal eine besondere Mannschaft. Besonders deshalb, weil die Nordlichter einen der besten Spieler in ihren Reihen haben, der zum Ende der Saison die Handball-Bundesliga verlassen wird. Um 19.45 Uhr wird die Partie gegen Lars Christiansen und sein Team von dem Schiedsrichtergespann Martin Harms und Jörg Mahlich angepfiffen.

Viele GWD-Fans werden sich noch an den legendären Sieg im finalen Spiel der Saison 2007/2008 in der Flensburger Campushalle erinnern. Damals schafften die Grün-Weißen mit einem 29:28 auf den letzten Drücker den Klassenerhalt. Eine Wiederholung dürfte jedoch schwer werden, denn das Team von der Weser hat nur noch die rechnerische Chance in der 1. Bundesliga zu bleiben. So glaubt an der Weser kaum einer daran, den „Geist von Flensburg" noch einmal heraufbeschwören zu können. „Bis auf Moritz Schäpsmeier und Svenn-Erik Medhus ist kein Spieler mehr von damals in unserer Mannschaft. Und bei der SG sind auch nur noch Lars Christiansen, Dan Beutler und Thomas Mogensen dabei", lässt Co-Trainer Frank von Behren, der selbst bei den Flensburgern aktiv war, die Partie noch einmal Revue passieren. „Außerdem ist unsere heutige Situation eine ganz andere als damals. In dem Spiel waren wir viel besser aufgestellt und heute haben wir fast nur Verletzte", macht er die Unterschiede deutlich.

Mit der erneuten krassen Außenseiterrolle können die Mindener schon längst umgehen und möchten gegen die auf Tabellenplatz drei stehenden Flensburger ihr Bestes geben. „Wir wollen uns wieder kämpferisch präsentieren und die Liga einigermaßen versöhnlich beenden. Dass wir auf dem 17. Rang stehen hat zum einen mit dem großen Verletzungspech unserer Spieler zu tun, zum anderen aber auch mit der Leistung mancher Akteure. Sie konnten sie oft einfach nicht abrufen. Deshalb haben wir unser Saisonziel mehr als verfehlt", sind sich GWD-Manager Horst Bredemeier und Trainer Ulf Schefvert einig. Und der Schwede fügt hinzu: „Ich bin jemand, der ungern verliert. Und damit meine ich nicht nur den Handballsport. Wenn man sich damit abfindet, immer nur zu verlieren, dann ist man im falschen Business. Es gilt also 60 Minuten zu kämpfen und nicht vorher aufzugeben."

Dass ein Sieg für die SG Flensburg-Handewitt wichtig ist, wissen auch die Verantwortlichen in Minden. „Sie wollen alle Spiele gewinnen, um in die Champions-League zu kommen", stellt man sich in der KAMPA-Halle auf ein hartes Aufeinandertreffen ein. Für Ulf Schefvert sind die Flensburger eine der Überraschungsmannschaften der Saison. „Ich finde, dass sie zurzeit den stärksten Handball der Liga spielen. Sie besitzen keinen großen Kader und haben die Rhein-Neckar Löwen und den VfL Gummersbach geschlagen. Wir müssen uns vor allem auf die starke Abwehr mit Tobias Karlsson und Jacob Heinl einstellen. Und natürlich auf die erste Welle mit Lars Christiansen und Alexander Pettersson. Gegen die müssen wir gute Attacken spielen, einfach die klassische Taktik nutzen. Vielleicht können wir so wieder eine der großen Mannschaften ärgern. Das gestaltet doch auch die Liga im vorderen Tabellenbereich wieder interessanter", könnte sich Mindens schwedischer Coach mit dem Gedanken an eine Sensation gut anfreunden.

Rene Bach Madsen wird nach seiner Verletzung vom jüngsten Spiel gegen den TBV Lemgo wieder auflaufen können. Ein Pferdekuss hatte den Dänen außer Gefecht gesetzt. Ingimundur Ingimundarson wird dagegen noch nicht fit sein, bei ihm hat sich Wasser im Knie angesammelt. Ein Fragezeichen steht auch hinter dem Einsatz von Barna Putics, der immer noch an einer Adduktoren-Verletzung laboriert.

Währenddessen nimmt das GWD-Team für die Saison 2010/2011 immer konkretere Formen an. Mit Christoph Steinert hat ein Perspektivspieler für die Position im rechten Rückraum den Mindenern seine Zusage gegeben. Der 20-jährige Junioren-Nationalspieler stand bislang beim SC Magdeburg unter Vertrag. Der 1,95-Meter-Mann gehört dem Kader der 2. Mannschaft des SCM an, hat in dieser Saison aber bereits zehn Bundesliga-Einsätze bestritten. An der Weser soll Steinert einen Zweijahres-Vertrag erhalten. „Wir sind froh, für diese Position einen Spieler mit Potential gefunden zu haben und hoffen, dass er sich bei uns gut entwickelt", ist Horst Bredemeier froh über die Ergänzung. Der Jahrgangs-Genosse von Sören Südmeier und Nils Dresrüsse wird mit einem Doppelspielrecht ausgestattet sein und somit auch für GWD II in der Dritten Liga auflaufen können.